3.435 Kommentare auf Vielfliegertreff. 12 Monate Dynamik. Eine Frage, die sich jeder Meilen-Sammler stellt: Hat Miles & More uns über den Tisch gezogen — oder ist das neue System besser als sein Ruf?
Am 3. Juni 2025 hat Miles & More die feste Prämientabelle für Lufthansa, Swiss, Austrian und Lufthansa City abgeschafft. Seitdem bestimmt der Ticketpreis, wie viele Meilen du für einen Prämienflug brauchst. Im März 2026 kamen Discover Airlines und Air Dolomiti dazu. Und im Mai 2026 hat Lufthansa auch noch die Tarifstruktur für Meilentickets umgebaut — mit Business Light und Stornogebühren von bis zu 1.500€ selbst im Flex-Tarif.
Ich hab mir die letzten 12 Monate genau angeschaut, Daten von meilenoptimieren.com, travel-dealz.com und dem Business Class Journal ausgewertet, und selbst Dutzende Buchungen durchgespielt. Hier kommt die schonungslose Bilanz: Was wurde teurer, was günstiger — und vor allem: Wie buchst du 2026 noch zum Bestpreis?
📊 Die nackten Zahlen: Was hat sich verändert?
Fangen wir mit dem an, was weh tut. meilenoptimieren.com hat direkt nach der Umstellung hunderte Flüge verglichen. Hier die Durchschnittswerte — Vergleich altes System (Flex-Ticket) vs. neues System (Flex-Tarif):
| Reiseklasse | Strecke | Preisänderung (Flex) | Günstigster neuer Tarif vs. alt |
|---|---|---|---|
| First Class | Langstrecke | +54% 📈 | Basic: +25% |
| Business Class | Langstrecke | +21% 📈 | Basic: ±0% |
| Business Class | Europa | −15% bis −30% 📉 | Classic: deutlich günstiger |
| Economy Class | Langstrecke | +58% 📈 | Basic: −21% |
| Economy Class | Europa | −20% bis −40% 📉 | Light: deutlich günstiger |
🔍 Die 3 größten Veränderungen im Detail
1. First Class: Der Luxus-Exit
Lufthansa First Class war früher der heilige Gral der Meilen-Einlösung: 91.000 Meilen one-way nach Nordamerika, fest, planbar, kalkulierbar. Heute? Im Flex-Tarif wurden Preise von 140.000–170.000 Meilen one-way gesichtet. Selbst der Basic-Tarif liegt im Schnitt 25% über dem alten Preis.
Die gute Nachricht: Der Abflugort macht jetzt einen massiven Unterschied. Wer ab Oslo, Stockholm oder Warschau startet, spart oft 20.000–40.000 Meilen gegenüber Frankfurt oder München. Ein Zubringer-Flug für 50–100€ kann sich also zehntausendfach in Meilen auszahlen.
2. Business Class: Der Sweet Spot hat sich verschoben
Business Class ist der Sweet Spot geblieben — aber er funktioniert anders als früher. Der Flex-Tarif ist im Schnitt 21% teurer. Der Basic-Tarif dagegen kostet im Mittel genauso viel wie das alte System. Und auf manchen Strecken sogar weniger.
Konkretes Beispiel: Toronto → London in Business mit Lufthansa oder Swiss gibt's für ~15.000 Meilen one-way. Das ist weniger als ein Europa-Rückflug im alten System gekostet hat. Der Haken: hohe Zuzahlungen (Steuern & Gebühren).
Seit Mai 2026 gibt's zusätzlich den Business Light Tarif für Meilentickets. Weniger Meilen, aber: kein Aufgabegepäck, keine kostenlose Sitzplatzreservierung, höhere Stornogebühren. Für Kurztrips ohne Gepäck kann das interessant sein. Für den klassischen Urlaubsflug mit Koffer eher nicht.
3. Economy: Der große Verlierer auf der Langstrecke
Economy-Langstrecke ist der klare Verlierer der Dynamisierung. +58% im Flex-Tarif. Selbst der günstigste Basic-Tarif spart im Schnitt nur 21% — und das bei deutlich schlechteren Stornobedingungen.
Früher war Economy-Prämie oft die "Notlösung", wenn Business nicht verfügbar war. Heute? Für Langstrecken in Economy lohnen Meilen fast nie. Lieber die Meilen sparen und auf Business-Verfügbarkeit warten — oder gleich ein günstiges Cash-Ticket kaufen.
🛫 Partner-Airlines: Der sichere Hafen
Die vielleicht wichtigste Info für 2026: Für Star Alliance Partner (United, ANA, Singapore, Thai, Turkish etc.) gilt weiterhin eine FESTE Prämientabelle. Kein dynamisches Pricing. Keine Überraschungen.
Die Partner-Tabelle wurde im Juni 2025 zwar auch angepasst, aber moderat:
| Route (Roundtrip) | Economy | Business | First |
|---|---|---|---|
| Europa ↔ Nordamerika | 50.000 | 125.000 | 215.000 |
| Europa ↔ Asien (Nord) | 70.000 | 145.000 | 215.000 |
| Europa ↔ Asien (Südost) | 75.000 | 160.000 | 245.000 |
| Europa ↔ Afrika (Süd) | 70.000 | 155.000 | 225.000 |
| Innerhalb Europa | 30.000 | 55.000 | — |
Business Class nach Nordamerika für 125.000 Meilen Roundtrip — das ist planbar, kalkulierbar und fair. Der Haken: Verfügbarkeiten bei Partnern sind oft mau. United und ANA releasen nur wenige Saver-Sitze. Du brauchst Geduld und Flexibilität.
💡 5 Praxis-Tipps: So buchst du 2026 zum Bestpreis
- Zubringer-Trick nutzen. Starte deine Suche nicht in FRA/MUC, sondern in OSL, ARN, WAW, CDG oder AMS. Der Abflugort beeinflusst den Meilenpreis massiv. Ein 80€-Zubringer kann 30.000 Meilen sparen.
- Basic statt Flex buchen. Der Basic-Tarif kostet im Schnitt 20–25% weniger Meilen als Flex. Ja, die Stornobedingungen sind schlechter. Aber wenn deine Reisepläne halbwegs fest stehen, ist Basic der klare Preis-Leistungs-Sieger.
- Partner-Airlines priorisieren. Feste Tabelle, 50€ Stornogebühr, keine dynamischen Überraschungen. United, ANA, Singapore, Thai — das sind deine Freunde. Besonders für Langstrecken-Business.
- Economy-Langstrecke mit Meilen? Vergiss es. +58% Preiserhöhung macht Economy-Prämien auf der Langstrecke unattraktiv. Kauf lieber ein günstiges Cash-Ticket oder warte auf Business-Verfügbarkeit.
- Kalendersuche ist dein neuer bester Freund. Seit März 2026 gibt's endlich eine Kalenderansicht bei Miles & More. Du siehst auf einen Blick, an welchen Tagen die Meilenpreise niedrig sind. Nutze das! Vorher musstest du jeden Tag einzeln durchklicken — pure Zeitverschwendung.
🎯 Die GMM-Wahrheit: Lohnt sich Meilen sammeln 2026 noch?
Kurze Antwort: Ja — aber du musst smarter sammeln und buchen als früher.
Die goldene Ära der festen Meilentabelle ist vorbei. First Class für 91.000 Meilen? Geschichte. Business Class planbar zum Fixpreis? Nur noch bei Partnern. Wer einfach blind Meilen hortet und dann irgendwann "mal schaut", wird enttäuscht.
Aber: Wer die neuen Spielregeln versteht, kann immer noch absurd gute Deals finden. Business Class Toronto–London für 15.000 Meilen. Europa-Business im Classic-Tarif für die Hälfte des alten Preises. First Class ab Oslo für 40% weniger als ab Frankfurt.
Das System belohnt Flexibilität und bestraft Bequemlichkeit. Wer bereit ist, Abflugorte zu vergleichen, Tarife zu checken und Partner-Airlines einzubeziehen, fliegt 2026 genauso gut wie 2024. Vielleicht sogar besser — weil die Kalendersuche endlich da ist und Europa-Flüge günstiger wurden.
Die Community auf Vielfliegertreff diskutiert das seit 12 Monaten — 3.435 Kommentare und counting. Die Stimmung? Durchwachsen. Die First-Class-Fans sind sauer. Die Europa-Vielflieger feiern. Die Business-Reisenden haben sich arrangiert. Und die Smart Booker? Die finden immer noch Wege.
Meilen sammeln lohnt sich 2026. Aber nur, wenn du die neuen Regeln kennst.
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📧 GMM Newsletter abonnierenQuellen: meilenoptimieren.com (Datenanalyse dynamische Preise), travel-dealz.com (Tarifänderungen Mai 2026), businessclassjournal.com (Program Teardown 2026), vielfliegertreff.de (Community-Diskussion), miles-and-more.com (offizielle Award-Tabelle). Alle Preise und Meilenwerte basieren auf Live-Abfragen Mai/Juni 2026.