Seit dem 1. September 2026 kannst du Qantas Points für Condor-Flüge einlösen. Die News-Seiten feiern es als „mehr Prämienflüge für Europa". Aber hier ist die Wahrheit, die dir keiner so direkt sagt: Die Partnerschaft ist eine Einbahnstraße, die Preise sind teils absurd hoch, und für die allermeisten DACH-Meilen-Sammler ist das Ganze ein Nischenprodukt. Ich habe mir die Zahlen angeschaut — hier ist der ehrliche Check, ob du überhaupt einen Grund hast, dich dafür zu interessieren.
Ich ziehe mir jeden Morgen frankfurtflyer, vielfliegertreff und reisetopia rein. Und seit ein paar Tagen taucht überall dasselbe Thema auf: Condor hat mit Qantas einen neuen Partner an Bord geholt. Nach JetBlue, Emirates, Etihad und Alaska Airlines ist Qantas jetzt die fünfte große Airline, mit der Condor sein Vielflieger-Netz ausbaut. Klingt erstmal nach einer guten Nachricht. Ist es aber nur bedingt — und ich erkläre dir gleich, warum.
🎯 Was genau ist passiert?
Condor hat kein eigenes Vielfliegerprogramm. Das ist der entscheidende Punkt, den viele übersehen. Während Lufthansa mit Miles & More, Emirates mit Skywards und Qantas mit Frequent Flyer eigene Programme betreiben, setzt Condor auf Partnerschaften mit fremden Programmen. Du sammelst und löst Meilen also nicht „bei Condor" ein, sondern über die Programme der Partner-Airlines.
Die neue Partnerschaft mit Qantas funktioniert so:
📋 Die Condor × Qantas Partnerschaft auf einen Blick
| Fakt | Detail |
|---|---|
| Start | 1. September 2026 |
| Einlösen | Qantas Points für Condor-Flüge (Economy, Premium Economy, Business) |
| Sammeln | ❌ NICHT möglich — keine Qantas Points auf Condor-Flügen |
| Statuspunkte | ❌ Keine Status Credits auf Condor-Flügen |
| Netz | 90+ Condor-Ziele in Europa, Mittelmeer, Nord-/Mittelamerika, Karibik |
| Zusatz | Interline: Gepäck durchchecken bei durchgehender Buchung |
* Stand: 8. September 2026. Konditionen können sich ändern — prüfe die aktuellen Bedingungen auf qantas.com.
Merk dir das: Einlösen ja, Sammeln nein. Das ist eine Einbahnstraße. Du kannst deine Qantas Points für Condor-Flüge ausgeben, aber du kannst auf Condor-Flügen keine Qantas Points verdienen. Für die meisten europäischen Vielflieger ist das der erste Grund, warum die Partnerschaft kaum relevant ist — denn Qantas Points sammelt man in Europa nur schwer.
💡 Warum das für DACH-Sammler ein Problem ist
Hier kommt der Kern des Ganzen. Qantas Frequent Flyer ist ein australisches Programm. Um Qantas Points zu sammeln, musst du entweder:
- mit Qantas oder einer Oneworld-Airline fliegen (British Airways, Qatar Airways, Finnair, etc.),
- eine australische Kreditkarte haben, oder
- Punkte aus Programmen wie Amex Membership Rewards übertragen (wobei Qantas kein direkter Amex-Transferpartner in Deutschland ist).
Für den typischen DACH-Meilen-Sammler, der mit Miles & More, Amex oder Payback arbeitet, ist Qantas Points zu sammeln umständlich bis unmöglich. Und genau deshalb ist die neue Einlöse-Option für die meisten von uns schlicht irrelevant: Du kannst nichts einlösen, was du nicht hast.
🧮 Die Preise: Was Qantas für Condor-Flüge verlangt
Selbst wenn du Qantas Points hättest — lohnt sich die Einlösung? Ich habe mir die Einstiegspreise angeschaut, und ehrlich gesagt: Die sind nicht gut. Hier ein paar Beispiele (oneway, ohne Steuern & Gebühren):
📊 Qantas Points für Condor-Flüge (oneway, ab)
| Strecke | Economy | Premium Eco | Business |
|---|---|---|---|
| Frankfurt – London | 11.500 | — | 21.000 |
| Frankfurt – New York | 34.700 | 70.800 | 90.000 |
| Frankfurt – Los Angeles | 51.800 | 98.200 | 125.400 |
| Frankfurt – Bangkok | 43.500 | 85.000 | 108.000 |
| Frankfurt – Cancún | 43.500 | — | — |
| Frankfurt – Ibiza/Korfu | 16.100 | — | — |
* Einstiegspreise laut Qantas-Pressemitteilung und frankfurtflyer-Recherche, Stand September 2026. Zzgl. Steuern, Gebühren und ggf. Airline-Zuschläge.
Schauen wir uns das mal kritisch an. 125.400 Qantas Points für Business Class nach Los Angeles? Zum Vergleich: Bei Miles & More bekommst du Business Class nach Nordamerika oft für 61.000–80.000 Meilen. Bei Flying Blue (Air France/KLM) gibt es regelmäßig Promo-Awards für 50.000–70.000 Meilen. Qantas verlangt hier also deutlich mehr für ein vergleichbares Produkt.
Besonders absurd wird es in der Premium Economy. 70.800 Points für Frankfurt–New York in Premium Eco? Das steht in keiner Relation zum Produkt. Condors Premium Economy ist solide, aber nicht so gut, dass sie fast doppelt so viele Punkte wie die Economy rechtfertigt. Frankfurtflyer bringt es auf den Punkt: „Von jeglicher Buchung in der Premium Economy sollte man bei Condor unbedingt Abstand nehmen."
✅ Gibt es überhaupt einen Fall, wo es sich lohnt?
Fairerweise: Ja, es gibt ein paar Nischen, in denen die Partnerschaft Sinn ergibt.
🎯 Wann die Condor × Qantas Partnerschaft Sinn ergibt
- Du bist Qantas-Mitglied mit Punkten und willst innerhalb Europas zu einem Condor-Urlaubsziel (Ibiza, Korfu, Kanaren) — die Kurzstrecken-Economy ab 16.100 Points ist okay.
- Du reist von Australien nach Europa und willst mit Condor weiter zu einem Ziel, das Qantas/Oneworld nicht direkt bedient.
- Du willst Gepäck durchchecken bei einer durchgehenden Qantas+Condor-Buchung (Interline-Vorteil).
❌ Wann sie sich NICHT lohnt
- Du bist DACH-Sammler ohne Qantas Points — dann ist die Partnerschaft für dich schlicht irrelevant.
- Du willst auf Condor-Flügen Meilen sammeln — geht nicht, weder Qantas Points noch Status Credits.
- Du suchst ein Business-Class-Schnäppchen — die Qantas-Preise sind zu hoch, Miles & More oder Flying Blue sind besser.
Der Kern: Die Partnerschaft ist ein Werkzeug für australische Qantas-Mitglieder, kein Geschenk für deutsche Meilen-Sammler. Condor baut damit sein Netzwerk aus, um Anschluss-Passagiere zu gewinnen — nicht, um dir einen neuen Meilen-Deal zu schenken.
🧭 Was das für Condors Strategie bedeutet
Hier ist der spannendere Teil, den die News-Seiten nur am Rande erwähnen: Condor arbeitet seit geraumer Zeit an einem eigenen Vielfliegerprogramm. Bis es soweit ist, baut die Airline systematisch Partnerschaften mit fremden Programmen auf — JetBlue, Emirates, Etihad, Alaska Airlines und jetzt Qantas.
Das Muster ist klar: Condor will als Netzwerk-Airline ernst genommen werden, ohne die Kosten und Komplexität eines eigenen Programms zu tragen. Für dich als Sammler heißt das: Condor-Flüge lassen sich über immer mehr Programme einlösen, aber nirgends richtig gut sammeln. Die Airline ist ein Einlöse-Ziel, kein Sammel-Ziel.
Für deine Strategie bedeutet das konkret: Wenn du Condor fliegst, sammle deine Meilen über ein Programm, das Condor als Sammel-Partner führt — aktuell ist das bei Condor vor allem über Miles & More (Condor ist kein M&M-Partner mehr, aber es gibt andere Wege) oder über die Programme, die Condor tatsächlich zum Sammeln freigeschaltet hat. Die Qantas-Partnerschaft gehört nicht dazu.
📌 Dein Gameplan
Hier ist, was ich an deiner Stelle tun würde:
- Kein FOMO. Die Condor × Qantas Partnerschaft ist für dich als DACH-Sammler in 95% der Fälle irrelevant. Kein Grund, jetzt Qantas Points zu jagen.
- Wenn du Qantas Points hast: Prüfe zuerst Oneworld-Partner (Qatar, BA, Finnair) — die geben dir meist mehr für deine Punkte als Condor.
- Wenn du Condor fliegst: Kläre VOR dem Buchen, über welches Programm du sammeln kannst. Qantas ist es nicht.
- Behalte Condors eigenes Programm im Blick. Wenn es kommt, wird es die eigentliche News — nicht diese Partnerschaft.
📩 Willst du solche Airline-Deals VOR allen anderen — mit ehrlicher Einordnung?
Ich rechne jede Partnerschaft, jeden Meilen-Deal und jede Status-Aktion durch, bevor sie im Blog landet. Meine Newsletter-Abonnenten bekommen die ehrlichen Checks zuerst — damit du nie wieder auf einen Hype reinfällst, der sich für dich gar nicht lohnt.
Kostenlos anmelden →Disclaimer: Die Angaben zu Preisen, Punktewerten und Konditionen basieren auf meiner Recherche vom 8. September 2026 (Qantas-Pressemitteilung, reisetopia, frankfurtflyer) und können sich jederzeit ändern. Die genauen Einlösewerte hängen von Strecke, Datum und Verfügbarkeit ab. Prüfe vor jeder Buchung die aktuellen Konditionen auf qantas.com. Dieser Artikel enthält meine persönliche Einschätzung und Recherche. Einige Links können Affiliate-Links sein — du zahlst dadurch keinen Cent mehr.
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