Du hast Membership Rewards Punkte auf dem Amex-Konto. Und jetzt liest du: Amex streicht Etihad als Transfer-Partner. Deadline: 15. Juni 2026. Noch 13 Tage.
Erster Impuls: Panik. „Muss ich jetzt schnell transferieren?"
Meine Antwort: Wahrscheinlich nicht. Und ich erklär dir genau, warum — und was die echten Alternativen sind.
Was passiert konkret?
American Express hat auf der deutschen Website angekündigt: Ab dem 15. Juni 2026 kannst du deine Membership Rewards Punkte nicht mehr zu Etihad Guest transferieren. Die Option verschwindet komplett.
Das betrifft nicht nur Deutschland. Auch in den USA und UK wird Etihad wohl nach und nach von den Transfer-Optionen gestrichen. Es ist ein globaler Move, kein lokaler Ausrutscher.
Die offizielle Begründung: Fehlanzeige. Aber ehrlich — brauchen wir eine? Die Partnerschaft hat sich für beide Seiten nicht mehr gelohnt.
Solltest du jetzt schnell deine Punkte zu Etihad schieben?
Kurze Antwort: In 95 % der Fälle: Nein.
Lange Antwort: Etihad Guest war schon lange kein attraktiver Transfer-Partner mehr. Das Programm hat in den letzten Jahren mehrere Entwertungen durchgemacht. Die Meilenwerte für Prämienflüge sind lächerlich hoch, die Zuzahlungen ebenfalls.
Ein Beispiel: Ein Business-Class-Flug von Deutschland nach Abu Dhabi kostet bei Etihad Guest schnell 80.000–100.000 Meilen — plus mehrere hundert Euro Steuern und Gebühren.
Die gleiche Strecke buchst du über Flying Blue (Air France/KLM) für unter 40.000 Meilen. Ja, du hast richtig gelesen. Weniger als die Hälfte.
Etihad Guest war für die meisten Meilen-Sammler einfach kein gutes Programm. Der einzige Grund, da noch Punkte reinzuschieben: Du bist aktiver Etihad-Vielflieger und brauchst die Meilen für Upgrades oder Status. Alle anderen haben bessere Optionen.
Die beste Alternative: Flying Blue
Wenn du Etihad-Flüge mit Meilen buchen willst, ist Flying Blue dein bester Freund. Air France und KLM sind beide in der gleichen Allianz — und Flying Blue ist weiterhin Amex-Transfer-Partner.
Der Transfer läuft 5:4 — aus 5 Membership Rewards Punkten werden 4 Flying Blue Meilen. Klingt nach Verlust, aber die niedrigeren Einlösepreise gleichen das mehr als aus.
Und: Flying Blue haut jeden Monat Promo Rewards raus — Prämienflüge mit 25 % Rabatt. Aktuell im Juni z. B.:
- New York, Houston, Seattle, Atlanta, Boston — ab 18.750 Meilen (Economy)
- Cancun, Las Vegas — ab 30.000 Meilen (Premium Economy)
- Panama City, Bogotá, St. Martin — ab 63.750 Meilen (Business Class)
Das sind echte Meilen-Schnäppchen. Und die Zubringer ab deutschen Flughäfen sind inklusive.
Welche Transfer-Partner lohnen sich 2026 wirklich?
Hier mein aktuelles Ranking der Amex-Transfer-Partner für DACH-Meilen-Sammler:
🥇 Flying Blue (Air France/KLM)
Promo Rewards jeden Monat, faire Meilenpreise, viele Zubringer ab Deutschland. Der Sweet Spot für Europa- und Langstrecken-Prämien. Transfer 5:4.
🥈 Singapore Airlines KrisFlyer
Immer noch eine der besten Business-Class-Optionen weltweit. Die Singapore Airlines Suites sind legendär — und mit KrisFlyer-Meilen buchbar. Keine Promo-Rabatte, aber dafür konstant gute Verfügbarkeit.
🥉 Virgin Atlantic Flying Club
Unterschätzter Geheimtipp. Virgin Atlantic hat großartige Partner (ANA, Air New Zealand) und oft extrem niedrige Meilenpreise für Partner-Airlines. Transfer 5:4.
Honorable Mention: Emirates Skywards
Nicht billig, aber wenn du First Class fliegen willst, führt kaum ein Weg an Emirates vorbei. Die A380-First-Class-Dusche in 40.000 Fuß Höhe — das ist ein Erlebnis, kein Transport.
Und was ist mit den anderen Airlines, die Amex streichen könnte?
Berechtigte Frage. Wenn Etihad geht — wer kommt als nächstes?
Ehrlich: Keiner weiß es. Aber ein Muster zeichnet sich ab: Programme mit schwachem Gegenwert fliegen raus. Etihad Guest war jahrelang ein Auslaufmodell. Wer sein Programm nicht attraktiv hält, verliert die Partnerschaft.
Meine Prognose: Flying Blue, Singapore KrisFlyer und Emirates bleiben safe. Das sind Volumen-Partner, bei denen beide Seiten profitieren.
Trotzdem mein genereller Rat: Sammle keine Meilen auf Verdacht. Hab immer einen Plan, wofür du sie einlösen willst. Flexibilität ist gut — Horten ohne Exit-Strategie ist schlecht.
Deadline 15. Juni: Was tun, wenn du trotzdem Etihad-Meilen brauchst?
Sagen wir, du bist einer der wenigen, die wirklich Meilen bei Etihad Guest brauchen (Upgrades, Status, konkrete Buchung in Sicht). Dann:
- Check deinen Kontostand: Wie viele MR-Punkte hast du? Wie viele Etihad-Meilen brauchst du?
- Rechne den Transfer durch: Lohnt sich das überhaupt? Vergleiche den Meilenpreis deines Wunschflugs bei Etihad vs. Flying Blue vs. KrisFlyer.
- Transfer vor dem 15. Juni: Wenn du dich entscheidest — mach es rechtzeitig. Nicht am 14. Juni um 23:58 Uhr. Transfers können 24–48 Stunden dauern.
Für alle anderen: Lass die Punkte, wo sie sind. Membership Rewards sind flexibel. Das ist ihr größter Vorteil. Schieb sie nicht in ein schwaches Programm, nur weil die Deadline drängt.
Fazit
Amex streicht Etihad — und das ist kein Grund zur Panik, sondern ein Reality Check für dein Meilen-Setup.
Die Wahrheit ist: Etihad Guest war schon lange nicht mehr konkurrenzfähig. Flying Blue, KrisFlyer und Virgin Atlantic bieten dir bessere Deals, niedrigere Meilenpreise und mehr Verfügbarkeit.
Der Abgang von Etihad erinnert uns an eine Grundregel des Meilen-Games: Sammle flexibel, löse gezielt ein. Häng dein Herz nicht an ein einzelnes Programm. Die Landschaft ändert sich ständig — wer beweglich bleibt, gewinnt.
Deine Punkte, deine Regeln. Aber nur, wenn du die Exit-Tür kennst.